Von Astrid Rasner - Mittwoch, 27. März 2019

Jugend veranstaltet ein Theaterstück zur neuen Arbeitswelt

Die Arbeitswelt wird immer kompakter, die Abläufe immer straffer und Anforderungen immer höher! Muss das eigentlich so sein?

Manfred Isenberg

YWB März 2019

Verschiedene Jugendausbildungsvertretungen und Jugendbetreuer*innen aus den lokalen Ortsgruppen der IGBCE Mittelhessens haben sich dieser Fragestellung angenommen und vor über einem Jahr überlegt, wie das doch sehr schwierige Thema der psychischen Belastungen am Arbeitsplatz gemeinsam mit jungen Leuten und erfahrenen Kollegin*innen angegangen werden kann. Mit dem Theaterstück YES WE BURN der Gruppe Xtrameile aus Köln soll der Einstieg durch ein witziges-satirisches Theaterstück über die moderne Arbeitswelt geschafft werden.

In einem Vortreffen in Biedenkopf planten die Jugendvertreter*innen die Veranstaltung, erstellten Flyer und klärten die Bewerbung, wobei sie sich aber auch im Rahmen eines Bowlingabends kennenlernten und vernetzten.
Die Sitzung des IGBCE-Ortsgruppennetzwerks Mitte Mittelhessen am 23. Januar nutzten die Mitglieder der Jugendausbildungsvertretungen, um „ihr Projekt“ vorzustellen und die Vorstände der Ortsgruppen aus Biedenkopf, Wetter, Kirchhain, Staufenberg, Gießen und Marburg für das Projekt zu begeistern dieses Stück mit zu begleiten und auch finanziell zu unterstützen.

Aber wo soll das Stück aufgeführt werden? Welche Lokalität ist jugendgerecht, aber auch für die erfahrenen Kolleginnen und Kollegen attraktiv? Ja – natürlich brauchen wir auch Technik und Ton!

YWB Standort JAV Marburg von links: André Schäfer (GSK Vaccines), Moritz Dönges (GSK Vaccines), Jannis Katzmarzik (Pharmaserv), Maren Belzer (CSL Behring) und Katharina Debus ( Siemens Healthineers)

Schnell war die Wagonhalle in Marburg auserkoren, diese Veranstaltung umzusetzen. In mehreren Besprechungen vor Ort wurde alles Notwendige geklärt und der Termin für Mittwoch, den 13. März ab 16:30 Uhr festgelegt worden!

Sogar der leitende Werksarzt, Dr. Markus Heinzinger, hatte spontan zugesagt, die Veranstaltung zu begleiten. Somit konnte die Welle der Einladungen gestartet werden –Flyer und Postkarten wurden persönlich verteilt, die Vertrauensleute und Betriebsräte in den Einzelfirmen wurden eingeladen, Aushänge der IGBCE wurden genutzt, die Sozialen Netzwerke wurden gefüttert und sogar auf Betriebsversammlungen wurde die Veranstaltung angekündigt.

Die Nervosität kurz vor der Veranstaltung war spürbar – kommen mehr als 50 Leute, klappt die Technik, haben wir etwas vergessen, sind die letzten Flyer verteilt?

Alles unbegründet! 85 Auszubildende, Jugendvertreter*innen und Kolleginnen und Kollegen haben den Weg in die Wagonhalle gefunden und wurden von der Standort-Jugendausbildungsvertretung des Behring Standortes begrüßt.

André Schäfer (GSK Vaccines), Moritz Dönges (GSK Vaccines), Jannis Katzmarzik (Pharmaserv), Maren Belzer (CSL Behring) und Carolina Dörr ( Siemens Healthineers) stellten sich und das Programm für dieses Jahr vor und freuten sich über die rege Teilnahme an ihrer Veranstaltung. Der leitende Werksarzt führte anschließend mittels einer kleinen Präsentation die verschiedenen Stufen eines Burnouts auf und zeigte anschaulich das Verhalten von erkrankten Menschen.

In dem einstündigen Theaterstück wurde sehr überspitzt, satirisch die heutige Arbeitswelt der persönlichen Überlastungen und die ausgeprägten Gruppenzwängen einer Arbeitsgruppe anschaulich dargestellt! Auch eine Teambesprechung am Wochenende getarnt als Abendessen bei einer Kollegin ist in der neuen Arbeitswelt keine Ausnahme. Es wurde gelacht, aber auch ernste Gesichter waren während des Stückes zu erkennen! „Genau so läuft das auch bei mir im Team“ war eine spontane Stimme aus dem Publikum!

Manfred Isenberg

Foto: YWB: zusammen austauschen

In einer anschließenden Diskussion berichteten zwei Kollegen von ihrem Burnout – wie es zu der Erkrankung gekommen ist, wie lange ihre Depression dauerte und wie sich ihre Umgebung bei dieser Erkrankung verhalten hatte. Aber auch Fragen nach Hilfe kamen auf, die Dr. Heinzinger versuchte, medizinisch zu beantworten.

Die gewerkschaftliche Antwort zur Verhinderung der neuen Arbeitswelt kann nur die Solidarität in Teams und Abteilungen sein – dies ist die Zielsetzung!
Im Anschluss an die Diskussion waren noch alle Auszubildenden und Kolleginnen und Kollegen in das ROTKEHLCHEN zu Fingerfood und Softgetränken eingeladen! In vertrauter kleinere Runde an den Tischen wurde noch kräftig weiter diskutiert und eigene Erfahrungen ausgetauscht!

Das zufriedene Vorbereitungsteam um Andre Schäfer, Carolin Balouschek, Johanna Schneider, Jens Thomas und Dieter Merte waren sich einig, dass für die Veranstaltung auch mit diesem nicht einfachen Thema der richtige Rahmen und Zielsetzung gewählt wurde.
                                                           Artikel von Andre Schäfer, Manfred Isenberg

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