Von Alexander Wiesbach - Februar 2020

Noch eindeutigeres Votum – auch die Poppe-Mitglieder wollen keine Verhandlungen mit Investor

Gießen. Am Samstagvormittag, den 29.02.2020, fand in der Kantine der Poppe GmbH in Gießen eine Mitgliederversammlung der IG BCE statt. Da die Poppe GmbH in Gießen zur Poppe-Veritas-Gruppe gehört, ging es auch hier maßgeblich um die Frage, ob die Arbeitnehmervertreter mit dem potentiellen neuen Investor AIAC in Verhandlungen treten sollen.

Alexander Wiesbach

Foto: Versammlung Poppe Februar 2020

Der neue Investor macht seinen Einstieg bei der Poppe-Veritas Gruppe unter anderem von der Streichung von 20 der gegenwärtig 221 Arbeitsplätze in Gießen sowie einem Verzicht auf das Weih-nachtsgeld für den Zeitraum 2019 – 2022 abhängig. Zudem sollen die von Kündigungen betroffenen Beschäftigten unabhängig ihrer Betriebszugehörigkeit eine Abfindung in Höhe von 3 Monatsgehäl-tern unter Einhaltung der ordentlichen Kündigungsfrist erhalten. Schließlich ist ein Verbleib der Poppe GmbH in der Poppe-Veritas-Gruppe derzeit noch offen.

Die Entscheidung über das weitere Vorgehen lag nun bei den IG BCE-Mitgliedern der Poppe GmbH in Gießen, da es letztlich um ihre weitere persönliche und familiäre Zukunft sowie ihre Arbeitsbe-dingungen geht. Dementsprechend groß war dann auch die Beteiligung der IG BCE-Mitglieder – insgesamt fanden sich knapp 100 Kolleginnen und Kollegen in der Poppe-Kantine ein, um von ihrem Mitbestimmungsrecht Gebrauch zu machen. Neben den IG BCE-Mitgliedern nahmen an der Ver-sammlung auch die gewerkschaftlichen Vertrauensleute, der Betriebsrat und die Schwerbehinder-tenvertretung teil.

Alexander Wiesbach

Foto 2: Veranstaltung 2020

Nachdem der Betriebsratsvorsitzende der Poppe GmbH, Frank Müller, die anwesenden Mitglieder begrüßt hatte, gab er das Wort an den betreuenden Gewerkschaftssekretär Alexander Wiesbach. Dieser stellte nochmals umfassend die Chronologie der Ereignisse von Mitte Januar bis Ende Febru-ar 2020 dar. „Er prangerte an, dass die Vorgehensweise des neuen Inverstors gegenüber den ge-beutelten Beschäftigten der Poppe GmbH eine Provokation darstelle, die jeglichen Respekt und jegliche Wertschätzung vermissen lasse.“

Faire und sozialpartnerschaftliche Verhandlungen auf Augenhöhe sähen anders aus, denn derzeit bekäme man nur Ultimaten gestellt und fortwährend die Pistole an die Brust gesetzt. Hier müsse sich die investorenseitige Verhandlungskultur sowie das unnachgiebige Verharren auf Standpunk-ten maßgeblich ändern. Abschließend verdeutlichte er nochmals, dass sich durch einen möglichen Verzicht auf das Weihnachtsgeld auch etwaige Arbeitslosengeldansprüche reduzieren würden. Bevor es dann zur Abstimmung über die weitere Vorgehensweise ging, standen Frank Müller und Alexander Wiesbach noch für Fragen aus dem Kreise der Gewerkschaftsmitglieder Rede und Ant-wort.

Von den knapp 100 anwesenden Gewerkschaftsmitgliedern sprachen sich annähernd 97 % gegen Verhandlungen mit dem Investor AIAC aus – dieses Ergebnis ist nunmehr an Eindeutigkeit kaum noch zu übertreffen.

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