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02.05.2019

Von Astrid Rasner - Donnerstag, 2. Mai 2019

1. Mai Kundgebungen- "Wir geben nicht auf"!

Der 1. Mai stand unter dem Motto: "Europa - Jetzt aber richtig". Großes Thema bei der diesjährigen Mai-Kundgebung in Hanau und Fulda war der drohende Stellenabbau bei den Gummiwerken. Ende März gab das Unternehmen bekannt, dass aufgrund Investitionsmaßnamen ca. 1000 Stellen in beiden Werken gestrichen werden sollen.

Foto: 1. Mai Fulda 1. Mai Fulda

"Es soll viel investiert werden. Die Arbeit, die von Menschen gemacht wird, soll in Zukunft von Maschinen erledigt werden. Der Stellenabbau in der Größenordnung hätte aber verhindert werden können, wenn das Unternehmen im Laufe der letzten Jahre die Investitionen getätigt hätte", erklärt Ines Sauer, die Betriebsratsvorsitzende im Werk Fulda.

Frank Moravec

Foto: Hanau 1. Mai

Anne Weinschenk, Bezirksleiterin der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie im Bezirk Mittelhessen: "Das ist natürlich eine Katastrophe. Nicht nur für uns, sondern auch für die Regionen in Fulda und Hanau. Es stehen insgesamt ca. 1000 tarifgebundene Industriearbeitsplätze auf dem Spiel." Nähere Informationen zu Fulda siehe https://osthessen-news.de/n11616845/1-mai-kundgebung-wir-sagen-nein-zum-stellenabbau-in-unserer-gummi.html

Mitglieder aus dem Ortsgruppenvorstand Fulda-Nord haben mit ihrem Stand zu einer "leckeren Supp" auf sich aufmerksam gemacht!

Mitglieder des Ortsgruppenvorstandes Fulda-Nord am 1. Mai in den Fuldaauen

Die IG BCE setzt sich zum 1. Mai gemeinsam mit dem DGB zum Thema: Europa- Jetzt erst richtig, auseinander für ein soziales Europa. Michael Vassiliadis, fordert europäische Offensive, um die Industrie für das Zeitalter der Digitalisierung und des Klimaschutzes zu rüsten.

Evelin Metzger

Foto: Gießen

Mit einem eindringlichen Appell, Europa als Kontinent guter Industriearbeit in die Zukunft zu führen, hat der Vorsitzende der IG BCE, Michael Vassiliadis, für eine hohe Beteiligung der Beschäftigten an der kommenden Europawahl geworben. "Es brauche ein soziales Europa, das sich mit vereinten Kräften für die Herausforderungen der kommenden Jahre wappne."

Konkret forderte Vassiliadis eine europäische Offensive, um die Industrie für das Zeitalter der Digitalisierung und des Klimaschutzes zu rüsten – etwa in besonders klimafreundliche Produktionstechnologien und in Energienetze der nächsten Generation. Zudem müsse Europa dem Lohndumping, dem Steuertourismus und dem Umgehen der Mitbestimmung einen Riegel vorschieben.

Gleichzeitig müssten die Beschäftigten für den digitalen Wandel gerüstet werden. Viele Unternehmen redeten fortlaufend von Digitalisierung, täten aber zu wenig, um die Beschäftigten für die neuen Aufgaben fit zu machen. Nötig sei daher ein Rechtsanspruch auf Weiterbildung. „Hier ist ganz klar der Staat gefragt“, so Vassiliadis.

Stefan Arch

Foto: 1. Mai Wetzlar

Zudem steige mit der Digitalisierung die Arbeitsbelastung für die Beschäftigten. „Viele fühlen sich mittlerweile ausgepresst wie die sprichwörtliche Zitrone.“ Die IG BCE werde daher in den kommenden Tarifrunden das Thema in den Mittelpunkt stellen. „Wir wollen mehr Arbeitszeitsouveränität für die Beschäftigten statt Flexibilisierung aus Renditekalkül.“